Das „Gute Haus“ in Sibiu/Neppendorf (Rumänien)

Das „Gute Haus“ wurde 1998 durch die Initiative von Diakon Jörg Georgi und als ein Projekt des Bezirkskonsistoriums der Evangelischen Kirche A.B. in Hermannstadt gegründet. 2003 übernahm der Coburger Verein Fortoschtka e.V. die Leitung und unterstützte mit Rat und Tat die Einrichtung.

Das Ziel des Guten Hauses besteht darin, Obdachlose und Menschen mit sozialen Problemen wieder in das soziale Leben zu integrieren. Die Gründe für die Obdachlosigkeit sind vielfältig, z.B. Schulden, die nicht mehr zurückgezahlt werden konnten, so dass das eigene Haus verloren ging, Scheidung, psychische Probleme u.a. Im „Guten Haus“ wohnen auch Mütter, die nicht mehr die Möglichkeit haben, ihre Kinder zu ernähren, denn ohne das Einverständnis des Vaters dürfen diese nicht in Zentren für Minderjährige aufgenommen werden.

Nicht nur ökonomischer Not, auch psychische Probleme können Armut, und damit verbunden Obdachlosigkeit schaffen. Deshalb gibt es im „Guten Haus“ einige Regeln, die einzuhalten sind, denn diese sind das direkteste Instrument für soziale Integration. Strengstens verboten ist das Rauchen oder der Alkoholgenuss innerhalb des Hauses, sowohl für die Bewohner, als auch für die Mitarbeiter.

Insgesamt 8 Plätze gibt es hier. Das Durchschnittsalter der im „Guten Haus“ aufgenommenen Personen beträgt etwa 40 Jahre. Vorwiegend Männer haben hier bereits eine Chance bekommen, das Bildungsniveau war sehr unterschiedlich. In erster Phase werden die Betroffenen für drei Monate im Haus aufgenommen. Es besteht allerdings die Möglichkeit, diese Zeitspanne zu verlängern, falls das Problem der betreffenden Person bis dahin nicht gelöst werden konnte. Über 50 Prozent der Personen die von dem „Guten Haus“ betreut wurden, sollen sich wieder in die Gesellschaft integriert haben, das allerdings oft nur nach dem zweiten Aufenthalt im Guten Haus. Das Gute Haus arbeite nämlich nach dem Motto „Jeder kriegt eine zweite Chance“.

Viele derer, die hier aufgenommen werden, besitzen keine Papiere mehr. Auf einem Ausweis muss ja nämlich auch ein fester Wohnsitz stehen, den diese Personen ja nicht mehr haben. Das „Gute Haus“ setzt sich dafür ein, dass diese zunächst einen provisorischen Ausweis erhalten. Die Betreuten werden auch auf der Suche nach einem geeigneten Arbeitsplatz unterstützt, außerdem lernen sie wieder ein Budget zu verwalten. Die Bewohner werden aktiv in die hausinterne Arbeiten eingebunden, z.B. Einkauf, Kochen, Reinigung etc.

Partnerschaft mit Osteuropa e.V. unterstützt das „Gute Haus“ mit regelmäßigen Geldspenden.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Vereins Fortotschka e.V. – Initiative für Osteuropa:

http://www.fortotschka.de/