Kinderstation im Fachkrankenhaus für Lungenkrankheiten in Sibiu/Rumänien

Auf dieser Station – amtlich: Spital de Pneumoftologie – sind vor allem Kinder mit Atemwegserkrankungen interniert – oftmals mehrere Monate lang. Die Station ist uns allen sehr ans Herz gewachsen, weil wir hier sehr engagierte Ärzte, Krankenschwestern und Erzieherinnen gefunden haben, die den Heilprozess der Kinder auf mannigfaltige Weise fördern und sich sehr rührend um ihre Patienten kümmern.

Auf der Station können etwa 35 Kinder interniert werden. Die jüngsten Patienten sind noch nicht einmal ein Jahr alt; die ältesten sind schon junge Erwachsene von 18 Jahren. Pro Jahr werden etwa 400 Kinder und Jugendliche behandelt.

Die Kinderstation befindet sich im Erdgeschoss dieses Gebäudes

Typische Krankheiten sind Asthma, Bronchitis, Tuberkulose, Wasser in der Lunge und bis vor einigen Jahren leider auch AIDS. Viele Kinder kommen aus sozial unterprivilegierten Familien und verfügen von daher über eine ohnehin schwächliche Konstitution. Für manch ein Kind ist die Station tatsächlich besser als das desolate Zuhause, denn hier gibt es kontinuierliche medizinische Betreuung, warme Mahlzeiten, saubere Wäsche und regelmäßige Schule.

Kleine Patienten
auf der Tuberkulose-Station

Der Finanzhaushalt der Station wird von der Zentrale des Kreiskrankenhauses bestimmt. Es gibt ein Pro-Kopf-Budget für jedes Kind, das für die Medikamente und die Grundbedürfnisse des Lebens gerade so ausreichend ist, aber auch ständigen Kürzungen unterliegt, denn der Staat fühlt sich nicht sehr verantwortlich für seine öffentlichen Einrichtungen. Es gibt deswegen eine Menge Dinge, die man sich auf der Station nicht leisten kann – und hier setzen wir von Partnerschaft mit Osteuropa an.

Anfang der 1990er Jahre führten wir eine Vielzahl von Hilfstransporten durch, auf denen wir Medikamente, Medizintechnik, Lebensmittel, Hygieneartikel, Textilien, Spielzeug, Dinge des täglichen Gebrauches und vieles andere mehr nach Rumänien überführten. Nach einiger Zeit stellten wir unser Hilfsprogramm mehr und mehr darauf um, die Hilfsgüter vor Ort in Rumänien zu kaufen, um einerseits Transportkosten zu sparen, aber auch, um flexibler auf die aktuelle Situation der von uns betreuten Station reagieren zu können.

Die Stationsärztin Frau Dr. Costea (re)

Von 2001-2005 investierten wir in mehreren Schritten in die Renovierung der Station. Auf diese Weise erhielten alle Räumlichkeiten neue Fußböden und eine neue Innenausgestaltung, die Warmwasserversorgung wurde komplett erneuert, die Sanitäranlagen modernisiert, zwei Thermotüren eingebaut und die verbliebenen Fenster und Türen neu gestrichen. Die Arbeiten wurden durch ansässige Firmen durchgeführt. Diese „Runderneuerung“ war ein bedeutender Schritt für die Zukunftsfähigkeit der Station, damit diese auch weiterhin ihren kleinen Patienten eine sichere und saubere Heimstatt für die Zeit ihrer Krankheit bieten kann.

Neben diesen essentiellen Hilfen haben wir auch immer nach Möglichkeiten gesucht, die Arbeit des Stationspersonals und das Leben der Kinder zu erleichtern. So sponserten wir z.B. Computertechnik und errichteten im Jahre 2005 einen kleinen Spielplatz hinter dem Haus.

Unser kleiner Abenteuerspielplatz mit Kletterturm, Schaukel, Rutsche und Reck

Seit dem Beitritt Rumäniens in die EU hat sich die wirtschaftliche Lage erheblich verbessert, wenn auch das soziale Ungleichgewicht und politische Korruption weiterhin existieren. Unsere Kinderstation wurde im Zuge eines Umbaus und der Neustrukturierung des Krankenhauses in ein anderes Gebäuse verlegt und kann sich mittlerweile selbst tragen, auch wenn die finanziellen Spielräume knapp sind. Zumindest gibt es keine grundlegenden Nöte an Medikamenten oder Verbrauchsmittel mehr, so dass wir unsere langjährige Hilfe langsam auslaufen lassen konnten. Wir freuen uns, dass wir hierzu einen Beitrag leisten konnten und bleiben der Station und ihren Mitarbeitern auch weiterhin freundschaftlich verbunden.